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Namibia Kleingruppenreise

Erstellt von am 30. März 2015 | Afrika, Namibia, Reiseberichte, Reiseberichte unserer Kunden

Namibias Vielfalt vom 22.06. bis 11.07.2014

 

Namibia – ein Land, das Spuren hinterlässt – diese Beschreibung ist zutreffend! Die Wirklichkeit übertrifft alles, Worte können nicht alles ausdrücken, man muss es sehen! Eine Reise der Superlative, ich habe beim Schreiben Sehnsucht nach Namibia! Wir hatten einen Reiseleiter (Lesley Mootseng), der sein Land liebt, der so viel weiß und erklärte und vieles zeigte das über das Programm hinausging.

Badende Elefanten im Etosha-Nationalpark

Badende Elefanten im Etosha-Nationalpark

23.06. Ankunft in Namibia

Etwas müde stieg ich aus dem Flugzeug, holte mein Gepäck ab und wurde am Ausgang von unserem Reiseleiter Lesley willkommen geheißen. Ich habe dann Geld umgetauscht und nacheinander trafen auch die anderen Mitreisenden unserer Namibia Kleingruppenreise ein.

Wir waren alle gespannt, was uns in Namibia erwarten würde. Unterwegs erzählte unser Guide schon viel über das Land. Er zeigte uns auch die Bäume, auf denen die Webervögel ihre riesigen Nester gebaut hatten. Zum Teil brechen die Bäume unter dem Gewicht der Nester zusammen. Gegen 14 Uhr trafen wir auf der Lapa Lange Lodge ein, wo wir mit einem Willkommenstrunk begrüßt wurden.

Um 15:30 Uhr begann dann die Pirschfahrt mit offenem Jeep über das 5000 ha große Farmgelände. Dabei sahen wir 2 Nashörner, die gerade zum Wasserloch liefen, sowie Strauße, Zebras, Gnus, Wasserböcke, Oryx Antilopen und Springböcke. In einem Extragehege waren 2 Karakal und in einem anderen ein Gepard untergebracht.

Nashörner auf dem Weg zum Wasserloch

Nashörner auf dem Weg zum Wasserloch

Die Lodge hat einen kleinen See in der Mitte, ein Steg führt zu einem runden „Häuschen“. Daneben ist noch eine kleine Wasserstelle, an dem wir Nashörner und Strauße trinken sahen. Von allen unserer Häuschen konnte man auf den kleinen See schauen. Ein sehr gutes Abendessen mit Suppe, Hauptgericht und Nachspeise gab es von einem reichhaltigen Büfett.

24.06. Auf der Straße nach Süden…Zum Köcherbaumwald und Fish River Canyon

Da ich nicht daran gedacht hatte, dass sich mein Handy, das ich nur als Wecker benutzt habe, nicht automatisch auf namibische Zeit umstellt, bin ich 1 Stunde zu früh aufgestanden und wunderte mich noch, warum es noch nicht richtig hell war. Ich sollte aber nicht die Einzige sein…

Nach dem Frühstück um 7 Uhr fuhren wir gegen 8 Uhr dann nach Mariental zu einem „Superspar“ um uns für die lange Fahrt zur Fish River Lodge unterwegs etwas zu essen zu kaufen. Wir mussten uns gleich für übermorgen eindecken, weil wir da auch eine lange Fahrstrecke zum nächsten Ziel hatten. Namibia ist nicht dicht besiedelt und ein Supermarkt nicht eben um die Ecke. Nachdem unsere kleine Gruppe mit 11 Personen eingekauft hatte, waren die Landjäger nach deutschem Rezept ausverkauft.

Von nun an zeigte uns Lesley täglich vor der Abfahrt auf der Landkarte immer die Strecke, die wir an diesem Tag zurücklegen würden. Eine kleine „Bücherei“ war ebenfalls im Bus dabei. Da konnte man sich über die Geschichte und die Tiere Namibias noch zusätzlich informieren. Unterwegs sahen wir Oryx Antilopen und Steinböcke. Wir fuhren bis zum berühmten Köcherbaumwald, dort machten wir Mittagspause. Erst machten wir einen Spaziergang dort, fotografierten und hörten gespannt den Erklärungen unseres Guides zu. Beim Essen wurden wir von Klippschliefern und verschiedenen Vögeln beobachtet. Die hofften natürlich, dass für sie auch noch etwas übrigbleibt.

Klippschliefer im Köcherbaumwald

Klippschliefer im Köcherbaumwald

Wir hatten noch eine lange Strecke vor uns, die größte, wie hier üblich auf Sand/ Kieswegen. Die letzten ca. 20 Km zur Fish River Lodge kamen uns dann länger vor, da der Weg sehr holperig war. Man sah auch kaum mehr Pflanzen, fast nur noch die sehr giftigen, zu denen uns Lesley Erklärungen gab.

Gegen 17 Uhr trafen wir dann auf der Lodge ein, wo man uns herzlich mit einem Erfrischungsgetränk begrüßte. Wir waren überwältigt von der grandiosen Aussicht auf den Canyon und der wunderschönen Lodge. Jeder hatte sein eigenes Häuschen, das sich sehr gut in die Landschaft einfügte. Mit einem hervorragenden Abendessen beschlossen wir den Abend. Es gab auch einen sehr guten Rotwein aus Südafrika…

Wir waren sehr überrascht, als sich dann noch bis zu 8 Angestellte der Lodge, von der Kellnerin bis zum Küchenpersonal und Fahrer im Halbkreis aufstellten und für uns Lieder aus Namibia sangen. Zwischendurch verschwand mal wieder jemand, der arbeiten musste und jemand anderer kam dafür. Für ihren Gesang bekamen sie natürlich viel Beifall von allen Gästen.

Alle aus unserer Gruppe haben dann noch den grandiosen Sternenhimmel betrachtet, bevor wir müde, aber glücklich in unsere Betten fielen.

25.06. Naturschauplatz Fish River Canyon

Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es mit zwei geländegängigen Jeeps hinunter in den Fish River Canyon. Es war zum Teil eine waghalsige Strecke, die manchmal nur im Schritttempo von den guten Fahrern zu bewältigen war. Nur die Fahrer der Lodge haben die Berechtigung, dort zu fahren. Ein paar meiner Mitreisenden gingen wie ich ein größeres Stück zu Fuß hinunter, um den Anblick dieses gigantischen Canyons noch intensiver auf uns wirken zu lassen. Wir fuhren dann weiter zu einem beeindruckenden Aussichtspunkt.

Am Fish River Canyon

Am Fish River Canyon

Am Grund des Canyons machten wir Picknick. Es gab sogar Sekt und natürlich andere Getränke. Das waren ein Genuss, diese Stille und so eine ursprüngliche Landschaft. Vom Baden in diesem Teil, der wie ein See aussah, nahmen wir alle Abstand, nachdem wir die Temperatur mit den Füssen getestet hatten. Halt- ein Unentwegter, einer unserer Fahrer schwamm bis zum nächsten Felsen, den er bibbernd erreichte!

Am Fish River Canyon

Am Fish River Canyon

Wir haben unterwegs Panzerkäfer und Kudus gesehen. Nach 6,5 Std. kamen wir wieder auf die Lodge zurück. Danach stärkten wir uns mit Kaffee und etwas Gebäck bevor ein Teil der Gruppe und ich mit unserem Guide Lesley zu einer 1,5 stündigen Wanderung am Rande des Canyons aufbrachen. Wir konnten phantastische Aus- und Einblicke genießen und erfuhren einiges über die Vegetation und dort lebende Tiere.
Wieder beschlossen wir den 2. Abend dort mit sehr gutem Essen. Nachts kam ein heftiger Wind auf, der kalte Luft mitbrachte. Aber um diese Zeit ist ja Winter in Namibia.

Ein Haus für jeden – Fish River Lodge

Ein Haus für jeden – Fish River Lodge

26.06. Nama- und Sukkulenten-Karoo nach Aus

Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns um 8 Uhr vom südlichsten Punkt unserer Reise und fuhren weiter Richtung Norden nach Aus.

Wir machten noch einen Abstecher nach Bethanie. Dort besichtigten wir das erste von Europäern erbaute Steinhaus in Südwest-Afrika, das Missionar Heinrich von Schmelen damals bewohnte. Von geschichtlicher Bedeutung ist, dass H. Vogelsang hier mit dem Führer des Volksstamms der Nama- Joseph Fredericks- den ersten Landerwerbsvertrag für A. Lüderitz abschloss und damit den Grundstein für die spätere deutsche  Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika legte.

Im schönen Bahnhofhotel in Aus angekommen, gab es wieder ein Willkommensgetränk. Später zeigte uns Lesley dann den Soldatenfriedhof und die Reste des ehemaligen Gefängnislagers der früheren Schutztruppen. Um 17 Uhr folgte ein Sundowner auf einem Felsen.

Sundowner in der Felslandschaft

Sundowner in der Felslandschaft

Als wir ins Hotel zurückkamen schauten wir uns noch den Rest des Spiels der deutschen Mannschaft gegen die USA an. Was waren wir froh, dass es beim Abendessen einen Heizpilz gab, da es nur etwas über null Grad hatte. Ebenso freuten wir uns, dass wir alle eine Wärmflasche im Bett liegen hatten. Wie sagte doch W. aus unserer Gruppe? „Da muss ich erst .. Jahre alt werden, um zum ersten Mal eine zu benutzen!“

27.06.2014 Kolmannskuppe und Lüderitz

Heute ging die Fahrt von Aus, bei der wir unterwegs Strauße mit 8 Küken und Oryx gesehen hatten, über eine Asphaltstraße zur Kolmannskuppe. Ich hatte schon einiges über diesen Ort gelesen und war sehr gespannt, ob diese Gebäude z. T. noch begehbar waren. Als wir aus unserem Kleinbus ausgestiegen waren, stieß G. mit seinem Schuh gegen einen Stein. Hervor kam ein wütender, gefährlicher Skorpion und wir wichen erschreckt zurück. Aber wir hatten ja unseren Guide Lesley, der den Skorpion mit einem Stock in einiger Entfernung wieder bei einem Stein absetzte. Danach hatten wir eine Führung und erfuhren einiges Interessantes über das Leben damals in dieser ehemaligen Diamantenstadt. Später konnte jeder für sich das Gelände, bzw. die Gebäude ansehen.

Weiter ging die Fahrt Richtung Lüderitz. Unterwegs war ein „Räumfahrzeug“ damit beschäftigt, den Wüstensand von der Fahrbahn zu schieben. Der Wind pfeift hier ganz heftig und bedeckt die Fahrbahn und die  Bahngleise, (Zugverkehr ist schon länger nicht mehr möglich) ständig mit Sand.

Trotz des vielen Sandes – die Wüste lebt!

Trotz des vielen Sandes – die Wüste lebt!

Irgendwann war ein Schriftzug auf  Felsen zu sehen, darauf stand Lüderitz. Wir hatten also den Atlantik erreicht. Da Mittagszeit war, setzten wir uns auf eine Aussichtsterrasse  bei einer Gaststätte. Wir genossen das gute Essen mit Blick auf den Atlantik. Danach machten wir mit Lesley einen Spaziergang durch das Städtchen. Wir gingen noch bis zu einem schönen Aussichtspunkt, dahinter lag der Atlantik mit seinem Wellengang.

Auf der Rückfahrt nach Aus, bei dem wir wieder mehrere Strauße sahen, machten wir an einem Wasserloch, das für die wilden Pferde eingerichtet wurde, einen Halt. Wir sahen dann auch zwei Oryx und ein paar Wildpferde, aber die Herde war nur in größerer Entfernung vom Wasserloch zu sehen.

Wir genossen das schmackhafte Abendessen im Bahnhofhotel und verzogen uns nach dem obligatorischen Gläschen Amarula dann ins Bett.

28.06 Von Aus über das Tsaris Gebirge und die Namib Wüste zur Sossusvlei Lodge

Der Weg ist das Ziel! Uns stand eine lange Fahrt bevor, die aber herrliche Einblicke in die Weite und die Berglandschaft, sowie wieder mal die verschiedene Vegetation und Tiere Namibias boten.

Ich war ganz beeindruckt, dass wir sogar Bergzebras sehen konnten. Strauße, Schakale und Oryx waren wiederholt zu sehen. Mir schien es oft unerklärlich, wie die Tiere hier überleben konnten. So wie bei uns auf Verkehrsschildern vor Wildwechseln gewarnt wird, sahen wir hier, wie auf manch anderen Strecken, Warnschilder mit Zebras, Giraffen, Wüstenelefanten, Oryx oder Warzenschweinen darauf abgebildet.

Immer geradeaus

Immer geradeaus

Irgendwann hatten wir dann einen Platten an einem der hinteren Zwillingsreifen. Lesley wechselte, diesen unter unseren „fachmännischen“ Kommentaren dazu aus.

Gegen 15 Uhr kamen wir auf der wunderschönen Sossusvlei Lodge an und neben der freundlichen Begrüßung gab es ein Erfrischungsgetränk und angewärmte feuchte Tücher um sich die Hände abzuwischen. Auch ich als Einzelreisende hatte wieder ein wunderschönes Häuschen mit Veranda wie die anderen Paare auch.

Das Abendessen wurde als riesiges Büfett angerichtet. Das Vorspeisenangebot, sowie die Nachspeisen wurden in einem Extraraum angeboten. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es 7 Sorten Wildfleisch, zusätzlich noch Pute, Lamm, Rind und auch Fisch. Man konnte sich aussuchen, welches Fleisch man wollte und die freundliche Köche grillten es dann. Auch die Beilagen, Gemüse, Reis, Salate usw., waren überaus reichlich.

So ansprechend wie alles angerichtet war, hätte es den Vergleich von einem 5 Sterne Hotel nicht fürchten müssen. Es hat hervorragend geschmeckt, im Nachhinein nochmals ein Kompliment dafür! Eine Randbemerkung dazu: Was ich schade fand, es blieb so viel übrig. Ich hoffe, dass das Personal sich daran bedienen durfte.

29.06.2014 Sossusvlei und Sesriemcanyon

Heute trafen wir uns schon um 6 Uhr auf eine schnelle Tasse Kaffee und dann rein in unser Auto. Wir standen als zweites Fahrzeug vor dem geschlossenen Ausfahrttor, hinter dem sich später eine längere Warteschlange bilden sollte. Um 6:30 sollte dies geöffnet werden, jedoch hatte es der Verantwortliche nicht so eilig und so konnten wir erst um 6:40 Richtung Sossusvlei starten. Wir waren natürlich gespannt auf die höchsten Sanddünen der Welt und das Dead Vlei. Ungefähr 6 Km vorher stiegen wir in einen „sandwegetauglichen“ Jeep um. Manches „normale“ Auto geriet ins „schwimmen“ und kam nicht mehr voran, wie wir im Vorbeifahren sahen.

Diese Sanddünen auf dem Weg zu unserem Ziel waren schon sehr beeindruckend. Dieser Eindruck verstärkte sich noch, als wir ausstiegen. Ich stand erst mal da und staunte. Manche von uns bestiegen erst die großen Dünen, ich machte mich erst auf in das Dead Vlei mit der Salzpfanne. Hier ragten jahrhundertealte abgestorbene Akazienbäume ihre Äste in die Höhe. Seitlich rutschten Kinder und Erwachsene mit großem Spaß die rot-gelben Dünen herunter.

Später führte Lesley uns dann ein Stück weg, wo er unter Bäumen zwei Tische gedeckt hatte. Mitten in der Wüste ein Frühstück, wir konnten es kaum glauben. Von der Sossusvlei Lodge war alles eingepackt worden, was zu einem reichhaltigen Frühstück gehört. Es war mittlerweile 11 Uhr und wir genossen es natürlich, an so einem exklusiven Platz zu speisen!

Danach fuhren wir zur Sossusvlei Lodge zurück und holten unser Gepäck. Unterwegs machten wir Halt am beeindruckenden Sesriem Canyon. Lesley führte uns durch die gewaltigen Felsformationen und erklärte uns, wie es dazu gekommen war.

Bei der Fahrt zur Solitaire Gästefarm konnten wir heute Oryx, Springböcke, Strauße, Schakale, Sekretär Vögel und andere Tierarten sehen. Wie immer war ich von der Tiervielfalt sehr angetan.

Gegen 17 Uhr trafen wir dann an der sehr schönen Solitaire Gästefarm ein. Wir fühlten uns sofort willkommen dort. Das lag nicht nur am Willkommensgetränk, sondern an der ganzen Atmosphäre und der freundlichen Gastgeberin. Man spürte, dass ihr die Arbeit Spaß macht und sie gerne den Gästen über Namibia erzählt. Das Abendessen mit mehreren Wildsorten und ein großes Angebot an Beilagen, sowie die Vorspeise, (sehr leckerer gefüllter Pfannkuchen) und der Nachtisch waren sehr gut. Für mich gab es sogar einen sehr gut schmeckenden Veggieburger, weil ich kein Wild mag.

Solitaire Gästefarm

Solitaire Gästefarm

Nach dem Abendessen saßen wir noch gemütlich am Lagerfeuer, wobei uns einer der lieben, aber nicht aufdringlichen Hunde, die auf der Farm leben, Gesellschaft leistete. Ich nannte ihn Egon, das passte meiner Meinung nach zu ihm, einer englische  Bulldogge, dessen richtiger Name mir nicht mehr einfiel.

30.06. Über den Kuiseb Canyon nach Swakopmund

Als ich morgens zum sehr guten Frühstück kam, war gerade ein kleines, mutterloses Zebra mit der Flasche gefüttert worden. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich früher aufgestanden, um das zu sehen. Zwei Oryxe, die verletzt waren, leben in einem Gehege neben der Farm. Eines kam an den Zaun und ließ sich sogar streicheln. Auf der Farm werden immer wieder verletzte Wildtiere gesund gepflegt. Wir machten auch noch Bekanntschaft mit dem zahmen, sprechenden Papagei der Besitzerin, der sich, bei ihr auf dem Arm sitzend auch streicheln ließ. Gerne wären wir noch länger geblieben, die Farm eignet sich gut, wenn man einen Ruhetag einlegen will. Die Gastfreundlichkeit möchte ich nochmals betonen.

Wieder zeigte uns Lesley auf der Landkarte unsere Tagesstrecke. Wir hatten eine größere Strecke zu fahren, auf der wir Strauße, Springböcke, einzelne Oryxe und eine Oryxherde zu sehen bekamen. Bei dem Schild „Tropic of Capricorn“ wurde natürlich ein Fotostopp eingelegt. Wieder mal staunte ich über die Landschaft unterwegs, zuerst grasende Rinder, später dann so karg, dass man sich nicht vorstellen konnte, dass es da überhaupt Leben gibt. Unterwegs zwischen Felsplatten und Steinen wuchs eine einzelne wilde Kastanie, fast unglaublich.

Wilde Kastanie in den Felsen

Wilde Kastanie in den Felsen

Und wir fuhren und fuhren…kein Navi sagte: Bei der nächsten Kreuzung bitte rechts abbiegen. 🙂 So hatten wir eine Abzweigung übersehen und kamen dann über Walwis Bay nach Swakopmund.

Das Jugendstilhotel Eberwein war für 2 Tage unsere Unterkunft. Nach dem obligatorischen Begrüßungsgetränk bezogen wir unsere schönen Zimmer. Die meisten machten noch einen kleinen Bummel durch das Städtchen mit seinen vielen deutschen Straßennamen. Im Hotel gibt es nur Frühstück, so ging Lesley mit uns zu einem gemütlichen kleinen Lokal zum Abendessen. Dabei brachten wir die Angestellten fast zur Verzweiflung, weil wir getrennte Rechnungen wollten. Später gingen die meisten Mitreisenden und ich mit Lesley noch zum Fußball schauen in eine Bar, die er kannte. So erlebten wir den Sieg unserer Nationalmannschaft über Algerien in Swakopmund!

01.07. Swakopmund am Atlantik und Welwitschia mit Mondlandschaften

Morgens, beim Blick aus dem Fenster, bin ich erst sehr erschrocken. Alles war nass draußen, aber nicht vom Regen, sondern das war der Nebel, der sich nachts vom Atlantik auf die Flächen legt. Für die Vegetation dort ist das natürlich sehr wichtig. Nach dem hervorragenden Frühstück hatten wir den Tag zur freien Verfügung. Ein Paar besuchte die Townships, zwei Paare machten sich jeweils auf eigene Faust auf, Swakopmund zu erkunden. Mit den zwei anderen Paaren wurde ich von Lesley nach Walvis Bay gefahren, wo er uns wunschgemäß für eine Bootsfahrt angemeldet hatte.

Welch ein Kontrast, gestern Savannen und Mondlandschaften, heute der Atlantik! Als das Boot einlief, war eine zahme Robbe mit an Bord. Wir hatten eine gute Sicht und es begleiteten uns Pelikane und Möwen, Robben und Delfine glitten elegant durchs Wasser. Unterwegs erklärte uns der Skipper wie die Austernfischer arbeiten. Es gab kalte und warme Getränke an Bord, später gab es einen vorbereiteten Imbiss mit frischen Austern und anderen Häppchen sowie Sekt. Dies war alles im Fahrpreis inbegriffen, der für unsere Verhältnisse wirklich günstig war. Wir fuhren dann zu einer Robbenkolonie, wobei auch noch viele Kormorane am Ufer zu sehen waren. Als wir nach fast 5 Stunden Fahrt wieder anlegten, waren wir uns einig, dass sich dieser Ausflug gelohnt hatte.

Robbe an Bord

Robbe an Bord

Um 16 Uhr machten wir uns dann auf, um die berühmten Welwitschia Pflanzen anzusehen. Wieder fuhren wir durch sogenannte Mondlandschaften. Später gab es inmitten dieser kargen Landschaft den obligatorischen Sundowner.

Wir sind auf dem Mond

Wir sind auf dem Mond

Abends fuhren wir mit unserem Guide Lesley zu einem wunderbaren Restaurant am Hafen, wo uns ein sehr schmackhaftes Abendessen serviert wurde.

02.07. Kreuzkap, Spitzkoppe/ Erongogebirge, Bull`s Party

Heute hatten wir eine kürzere Fahrstrecke vor uns. Nach einem wieder sehr guten Frühstück im Hotel Eberwein ging es ein Stück an der Skelettküste entlang an das Kreuzkap, an dem 1486 der erste Europäer an Land ging. Dort befindet sich auch eine riesige Robbenkolonie. Hier machten wir einen Halt und später auch an dem Gedenkstein für den Portugiesen und Seefahrer Diego Cao.

Weiter fuhren wir durch die Ausläufer des Erongogebirges Richtung Ameib Ranch. Unterwegs hielt Lesley kurz an, weil er ein Chamäleon am Straßenrand gesehen hatte. Wir stiegen aus und er nahm ihn in die Hand. Diesem gefiel das natürlich nicht und er fauchte uns an. Wir betrachteten und fotografierten ihn und dann wurde er etwas weg von der Straße in Sicherheit gebracht.

Chamäleon

Chamäleon

Als wir an der Ameib Ranch angekommen waren, machten wir uns kurz frisch und verließen diese dann gleich wieder zu unserer Wanderung. Um mehr Zeit für die Wanderung bei der wirklich genialen Felslandschaft  „Bull`s Party“ mit ihren verschiedenen Formationen zu haben, verzichteten wir auf die Besichtigung der Höhlenmalereien in der Philipsgrotte. Über die oftmals grotesken Formen der riesigen Felsen staunten wir immer wieder. Manchmal sah es aus, als hätten Riesen die einzelnen Felsbrocken aufeinandergestapelt. „Elephants Head“ war  auf einem Wegweiser zu lesen und es stimmte, der Fels sah wirklich so aus.

Kakteen

Kakteen

Am Ziel unserer Wanderung angekommen, erwartete uns eine Überraschung. Von der anderen Richtung her kam ein Jeep von der Ranch mit Köstlichkeiten zum Essen und eine Auswahl an alkoholfreien und alkoholhaltigen Getränken. Gebracht wurde alles von einem San und einem Herero.

Der Sonnenuntergang zwischen diesen Steinformationen war gigantisch. Nachdem wir noch mit Amarula angestoßen hatten, ging die Fahrt mit dem Jeep zurück zur Ameib Ranch.

Da das Abendessen in einem offenen Gebäude bei der Ranch stattfand, fanden wir uns alle mit dicken Jacken am Tisch sitzend wieder.

03.07. UNESCO Weltkulturerbe Twyfelfontein

Nach dem Frühstück um 6 Uhr fuhren wir bereits um 7 Uhr weiter. Auf dem Grundstück der Ameib Ranch konnten wir in etwas Entfernung eine größere Giraffengruppe beobachten. Wir bestaunten auf der Fahrt das Brandbergmassiv, das ein beliebtes Fotomotiv war. Unterwegs sahen wir viele Eselgespanne, aber kein Wild.

Eselgespann

Eselgespann

Mittagspause machten wir heute bei Twyfelfontein. Dort bekamen wir dann auch eine Führung mit interessanten Erklärungen zu den Felsgravuren. Man kann diesen Teil wirklich, wie im Programm beschrieben, als Open Air Galerie bezeichnen. Bei der Weiterfahrt ragten immer wieder Tafelberge aus der Landschaft auf.

Um 18 Uhr fuhren wir dann auf der schönen Rustig Toko Ranch vor. Wir ließen uns den Begrüßungsdrink schmecken und machten uns dann auf in unsere Unterkunft, die keine Wünsche offen ließ. Nach dem Abendessen verschwanden wir müde schnell in unseren Zimmern.

04.07. Besuch bei den Himbas und Fahrt durch den Etosha Nationalpark z. Okaukuejo Rest Camp

Nach dem Frühstück heute um 8 Uhr, gingen wir um 9 Uhr zu Fuß in ein kleines Himbadorf. Wir wurden begleitet von einem Herero, der aber bei der Rustig Toko Ranch arbeitete. Ich kam mir schon etwas seltsam vor, die Himbas sozusagen zu „besichtigen“. Vor den einfachen Hütten saßen, beobachtet von einem Himba Mann, Frauen die eine Mahlzeit kochten, ihre Babys stillten oder uns einfach nur betrachteten. Wir fragten höflich, ob wir sie fotografieren dürfen, was immer bejaht wurde.

Der Herero, dessen Namen ich leider vergessen habe, erklärte uns dann in Deutsch oder Englisch, wie diese Frauen sich pflegten und wie das Gemisch aus roter Erde, Sand und Butterfett angewandt wird. Wir durften dann auch eine Hütte betreten und die Frauen zeigten uns, wie sie das zusammenmischen. Erklärt wurde uns auch der Fußschmuck der Frauen, der vor Schlangenbissen schützen soll und zeigt, wie viele Kinder sie haben. Der Kopfschmuck zeigt, ob sie verheiratet sind.

Die Kinder umringten uns und ließen sich gerne fotografieren. Die einen hatten keine Schuhe an, die anderen Winterschuhe, Plastiksandalen, zusammengeflickte Gummiunterlagen…

Himbakinder im Dorf

Himbakinder im Dorf

Die Himbafrauen machen unter anderem Halsketten und Armbänder und schnitzen Tiere aus Holz, die sie dann an Touristen verkaufen. Damit tragen sie zum Familieneinkommen bei. Lesley sagte, dass wir darauf achten sollten, dass jede Frau etwas verkauft, sonst gebe es Streit. Schon beim Ansehen der Gegenstände, die jede auf einer Decke ausgebreitet hatte, merkten wir, dass wir wirklich darauf achten mussten. Wir haben uns dann reichlich mit Souvenirs eingedeckt.

Danach führte uns die Fahrt weiter in den Etosha Nationalpark. Darauf hatte ich mich besonders gefreut. Überwältigt war ich von der Anzahl der verschiedenen Tiere, die an den Wasserlöchern, sowie auch unterwegs zu sehen waren. Ich wusste gar nicht, dass auch die Vogelwelt so reichlich in Namibia vertreten ist. Verwundert bestaunte ich die zum Teil bunten Vögel, auch Großtrappen bekamen wir zu sehen. Immer wieder zogen Herden oder kleine Gruppen Zebras, Elefanten, Giraffen und Springböcke umher, auch  Nashörner ließen sich sehen.

Elefanten ziehen vorbei

Elefanten ziehen vorbei

An einem Wasserloch sahen wir einen imposanten Löwen, wobei nur ein paar Meter entfernt eine Herde Zebras stand. Schakale, die einzeln ihre Runden drehten, gab es unterwegs auch.

An der Wasserstelle

An der Wasserstelle

Abends werden die Tore des Camps geschlossen und wir schafften es pünktlich einzutreffen. Wir bezogen unsere Unterkünfte und trafen uns zum Abendessen. Dabei streiften keine 2 Meter neben dem Eingang 2 Schakale, die nach Essensresten suchten, umher. Wir haben natürlich nichts gefüttert, damit diese Tiere nicht noch mehr angezogen werden.

Am beleuchteten Wasserloch des Camps konnte ich dann 4 Nashörner, Giraffen und Schakale beobachten. Im Schatten eines Gebüsches hielt sich ein Löwe auf. Von dort war sein beeindruckendes Brüllen  zu hören. Am liebsten wäre ich noch länger geblieben. Da der Rest der Gruppe sich aber in Richtung Bett verzogen hatte, tat ich es ihr nach.

05.07. Weiter durch den Etosha Nationalpark zum Namutoni Restcamp

Nachdem wir um 6 Uhr gefrühstückt hatten, ging es um 7 Uhr weiter. Wir hatten wunderschöne, vielfältige und interessante Tierbegegnungen. Wiederholt gab es eine große Anzahl von Zebras, (einmal zählten wir über 200 davon an einer Wasserstelle), Kudus, Oryx, Gnus, Impalas, Springböcken, Giraffen, Strauße und Elefanten zu sehen. Auch  Nashörner, Vögel, Enten, Trappen, Schakale und sogar die Halbmondantilopen bekamen wir zu Gesicht.

Zebras am Wasserloch im Etosha Nationalpark

Zebras am Wasserloch im Etosha Nationalpark

Sehr beeindruckend waren die „Mutter- Kind“ Gruppen bei den Elefanten. Die größte Gruppe, die wir an einem Wasserloch sahen, zählte ca. 65 Tiere die sich aus den verschiedenen Kleingruppen zusammensetzte. Das war sehr beeindruckend für mich. Die Kleinen planschten und spielten, wobei auch ein paar „Halbstarke“ eine Show abzogen. Nachdem alle ihren Durst gestillt hatten und die große Gruppe weiterzog, bewarfen sie sich  mit dem Rüssel mit Sand und Erde um Insekten abzuwehren, bzw. die Haut vor der Sonne zu schützen. Ein majestätischer einzelner Bulle stand dabei abseits. Immer wieder sahen wir einen einzelnen Bullen, da diese sich nur zur Paarungszeit bei den Weibchen aufhalten dürfen.

Kudu quert die Straße

Kudu quert die Straße

Auf einem Weg kam uns dann eine größere Elefantenherde entgegen. Unser Guide Lesley musste öfter den Rückwärtsgang einlegen, um ihnen den Weg freizumachen. Das ging alles ruhig und selbstverständlich vonstatten. Dieses Erlebnis, diesen Tieren so nahe zu sein, das werde ich nie vergessen. Wegen Zebras und Kudus, die die Straße überquerten, mussten wir auch öfter anhalten.

Um 17:45 trafen wir, überwältigt von den vielen Tierbegegnungen auf Namutoni ein. Die Unterkunft war schön und geräumig. Das Abendessen war leider zu knapp bemessen und einige von uns bekamen nur nach Nachfrage noch etwas zu essen. Am Namutoni Restcamp waren abends in der Stunde, als ich da war, keine Tiere zu sehen. Wir hatten jedoch tagsüber eine so große Anzahl von Wildtieren gesehen, dass wir nicht zu sehr enttäuscht waren, dass das Wasserloch leer blieb.

06.07. Pirschfahrten im offenen Jeep im Etosha Nationalpark

Vor den Unterkünften tummelten sich schon vor dem Frühstück mehrere Mungos, die, als wir zur Mittagspause heimkehrten, faul in der Sonne lagen. Die Fahrt mit einem Guide vom Camp dauerte morgens von kurz nach 7 bis 11:15 Uhr. Nachmittags fuhren wir von 14:30 bis 17:15 Uhr durch den Park. Die Zeit verging wie im Flug, da wir so viel zu sehen bekamen.

Als wir nach dem reichhaltigen Frühstück morgens aufbrachen, war es noch sehr frisch, nur wenig über 0 Grad. So stiegen wir alle dick vermummt und z. T. mit über das Gesicht gezogenen Schals in den offenen Jeep ein. Wir sahen aus wie eine Verbrecherbande!

Wieder staunten wir über die Anzahl der Tiere, die wir wiederholt sahen. Wir waren an vielen Wasserlöchern, sowohl dort aber auch unterwegs sah man Elefantenherden, Giraffen, Zebras, Gnus, Springböcke, Kudus, Impalas, Oryx, Spitzmaul Nashörner, Großtrappen, Schakale und nicht zu vergessen, eine großartige Vogelwelt. Ein mitreisendes Paar sagte, dass sie hier viel mehr Tiere als im Krüger Nationalpark gesehen hätten.

Oryx im Etosha Nationalpark

Oryx im Etosha Nationalpark

Dann plötzlich, was war denn das? Streckte uns da etwa ein Giraffenlümmel die Zunge raus? Nein, das war ein längeres Stück von einem Knochen, an dem er lutschte! Lesley erzählte uns, dass Giraffen das wegen dem Kalziumanteil darin machen.

Giraffe lutscht an einem Knochen

Giraffe lutscht an einem Knochen

An einer Stelle sahen wir einen Löwen, der an einem toten Nashorn fraß. Von unserem Guide Lesley erfuhren wir, dass das ein alter Löwe sei. Dieser könne nicht mehr jagen und sei daher auf Aas angewiesen. Er erzählte und erklärte wieder viel Interessantes über den Nationalpark.

07.07. von Fort Namutoni zur Ombili Stiftung danach zur Farm Elegant Farmstead

Heute verließen wir Namutoni und damit den Etosha Nationalpark. Auf dem Weg zur Ombili Stiftung konnten wir verschiedene Vögel, sowie Zebras, Giraffen, Springböcke und Impalas sehen.

Vögel im Etosha Nationalpark

Vögel im Etosha Nationalpark

Nach Ankunft bei der Ombili Stiftung wurden wir von einer deutschen Praktikantin willkommen geheißen und sie erklärte uns Sinn und Zweck der Stiftung. Unter anderem befinden sich hier ein Kindergarten, eine Schule, eine eigene Gärtnerei und ein Dorf mit Holzhütten, in der eine Volksgruppe der San wohnt. Dort werden von manchen Dorfbewohnern auch Hühner gehalten. Den vorderen Teil des Dorfes durften wir uns ansehen. Wir verwöhnten Europäer konnten uns natürlich nicht vorstellen, so zu wohnen. Emanzipation gibt es aber auch dort. Eine resolute alte Frau um die neunzig hatte ihren pflegebedürftigen Mann verstoßen. Sie kümmert sich zwar um die Enkel, ihren blinden und kranken Mann müssen ihre Kinder versorgen…

San Dorf, Ombili

San Dorf, Ombili

Manche San arbeiten auf verschiedenen Lodges, einige in der Gärtnerei der Stiftung. Wiederum andere stellen Holzpfähle her, die dann an die Farmer verkauft werden. Die Ombili Stiftung hat auf dem Gelände auch einen Tante Emma Laden eingerichtet. Dort können die San zum günstigen Preis einkaufen. Wir bekamen dann noch von zwei San vorgeführt, wie man mit einem Stab Feuer machen kann.

Die Kindergartenkinder, die draußen spielten, waren ganz wild darauf, dass man sie fotografierte. Alle wollten danach die Fotos anschauen und kicherten dabei. Da in der Schule gerade Unterricht war, schauten wir nur kurz in die Klassenzimmer. Wir durften auch die große Küche, in der das Essen für alle zubereitet wird, besichtigen. Die Schlafräume der Kinder, die unter der Woche auf dem Schulgelände wohnen, haben immer sechs oder acht Betten, Platz für persönliche Dinge ist vor den Zimmern in einem abschließbaren Fach. Manche aus unserer Gruppe brachten Spielzeug, Malsachen oder Bekleidung für die Kinder mit, die von der Leitung an die Kinder verteilt wurden.

Verschiedenfarbige Bougainville und sogar Zitronen- und Orangenbäume wuchsen auf dem Gelände. Wir deckten uns dann noch mit Souvenirs aus dem Laden dort ein und fuhren, beschäftigt mit vielen neuen Eindrücken weiter.

Sanfrau, Ombili Stiftung

Sanfrau, Ombili Stiftung

Es war ca. 17:30 Uhr, als wir mit einem Willkommenstrunk bei Elegant Farmstead begrüßt wurden. Was für eine schöne Lodge und eine herzliche Atmosphäre! Das Essen war vorzüglich und als wir danach in unsere Zimmer kamen, lag eine Wärmflasche im Bett, das Moskitonetz war heruntergelassen und es brannten 3 Teelichter auf der Kommode. (Ich sah zwar keine einzige Mücke.) Auf dieser Lodge wäre ein 2. Tag zum Relaxen sehr schön! Für mich persönlich wäre ein Aufenthalt auch als letzte Station vor dem Heimflug denkbar.

08.07. Fahrt nach Windhoek und Weiterfahrt zur Farm Kiripotib

Nach einem reichlichen Frühstück starteten wir in die Richtung unseres letzten Zieles vor der Heimreise. Immer wieder sahen wir Paviane am Straßenrand, die flüchteten, sobald Lesley das Tempo verringerte. Er erzählte uns, dass diese oft von Farmern gejagt werden.
Natürlich gab es eine Rundfahrt durch Namibias Hauptstadt Windhoek. Beeindruckend und zugleich beklemmend waren die Gegensätze. Dort die modernen Bauten, im Stadtteil Katutura dann die vielen Wellblechhütten in denen die Bewohner in katastrophalen hygienischen Verhältnissen leben.

Danach bestaunten wir bei einem Rundgang mit unserem Guide die berühmte Christuskirche, die alte Festung mit dem Reiterdenkmal und die Regierungsgebäude und den wunderschönen Park der unterhalb liegt. In der Innenstadt gab es einige Meteoriten zu sehen. Wir hatten auch noch Zeit zur freien Verfügung, die wir zum Kauf von weiteren Souvenirs in den Geschäften nutzten. Überall gab es auf ausgelegten Decken von Himbas und anderen Volksgruppen hergestellte Holzwaren. Das waren von geschnitzten Tierfiguren bis zu Schmuck und Salatschüsseln von ihren Besitzern angepriesene Waren. Da wurde natürlich nochmals eingekauft.

Gegen 15:15 fuhren wir dann weiter zur Farm wo wir gegen 17 Uhr ankamen. Unterwegs begegneten uns Warzenschweine, Paviane und Perlhühner.

Wir bekamen dann unsere Zimmer zugeteilt, wobei ich mich zum ersten Mal auf dieser wunderschönen Reise als Alleinreisende etwas benachteiligt fühlte. Ich wurde „um die Ecke gebracht“ in ein etwas dunkles Zimmer, in das, wie sich am nächsten Tag herausstellte kein einziger Sonnenstrahl fiel. Einen Vorteil hatte ich zumindest, jedes Zimmer hatte nur eine Wärmflasche, die ich im Gegensatz zu den Paaren nicht teilen musste!

09.07. Entspannung auf der Farm

Nach dem Frühstück, bei dem es unter anderem sehr guten selbstgemachten Quark gab, machten wir mit unserem Guide und der Besitzerin einen Farmrundgang. Wir besichtigten die Weberei, die Goldschmiede und die Bäume und Pflanzen. Da noch ein englisch sprechendes Ehepaar dabei war, wurde von Frau von Hase viel in Englisch erklärt, wobei wir leider nicht alle alles verstanden haben. Gott sei Dank war aber unser Guide Lesley dabei, der uns auf der Farm laut Reisebeschreibung nur abliefern sollte. Er blieb aber wegen einer Planänderung bis zum Ende der Reise bei uns. So erklärte er uns in gutem Deutsch nochmals alles. Und wir freuten uns auch so darüber, dass er noch blieb.

Nach dem Kaffee und sehr gut schmeckendem, selbstgebackenen Kuchen starteten wir dann gegen 15:15 Uhr mit dem Jeep zu einer Farmrundfahrt. Dabei konnten wir Giraffen, Kuhantilopen, Springböcke, Zebras und Oryx sehen. Der Verwalter der Farm zeigte uns einen Teil der Viehherde und erklärte, wie Landwirtschaft in Namibia funktioniert. Die Größe der Herden hängt oftmals mit dem gefallenen jährlichen Regen zusammen. Leider sahen wir die Pferde der Farm nicht, da sie weiter entfernt untergebracht waren.

Zitronenbäume Kiripotib

Zitronenbäume Kiripotib

Bei der Fahrt gerieten wir mit dem linken Hinterrad einmal in eines der großen Erdlöcher, die meistens von Erdferkeln gegraben, reichlich vorhanden waren. Ups, da saßen wir erst mal kurz fest. Unser Lesley musste diesen dauernd ausweichen, das musste mal passieren. Er ließ uns aussteigen und fuhr dann souverän wieder heraus. Später genossen wir dann unseren letzten Sundowner in diesem Urlaub und sahen die Sonne etwas wehmütig untergehen.

Um 19 Uhr gab es dann das Abschiedsessen, das von der Köchin angesagt wurde. Wir ließen uns dieses schmecken, um danach noch mit zwei Gläschen Amarula den Abend zu beschließen. Vorher wurde noch etwas gesungen und die Einträge in Lesleys Gästebuch geschrieben. Wie sagte er doch? Ihr seid die Gäste mit den meisten Sprüchen! Das galt jedoch nicht nur fürs Gästebuch, wir überraschten ihn täglich mit solchen, mal aus Berlin, mal aus dem Schwabenland… Wir waren eben eine lustige Truppe!

10.7. Abschied von Namibia

Nach dem Frühstück machten wir noch eine Wanderung auf dem Farmgelände. In einiger Entfernung waren 2 Karakals, bis jetzt noch einzeln, da sie verletzt waren, untergebracht. Ein großes Gehege in dem sie viel Auslauf haben, war schon gebaut. Sie fauchten beeindruckend, als wir ihnen näher kamen.

Nachmittags nahte dann das Ende unserer Namibia Rundreise und es hieß Abschied nehmen von Namibia. 4.530 gefahrene Kilometer und unvergessliche Eindrücke lagen hinter uns. Lesley fuhr uns zum Flughafen und abends ging es dann ab in die Heimat.

Irmgard Beck aus Eberhardzell

 

2 Kommentare

2 thoughts on “Namibia Kleingruppenreise

  1. Uschi Beck sagt:

    Liebe Irmgard,

    Du hast einen so beeindruckend schönen Reisebericht verfasst, wir sind stolz auf Dich. Mach weiter so. Vielleicht können wir ja wieder einmal an einer deiner Reisen teilhaben in Form eines so ausführlich und interessant beschriebenen Artikels.

    Liebe Grüße Uschi und Erich

  2. Salina sagt:

    Wirklich ein sehr ergreifender Reisebericht. Jetzt bin ich extrem an einer Reise nach Namibia interessiert!Ich freue mich auf weitere deiner Berichte!

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